CRASH – KURS NRW – echt hart !

Verkehrserziehungstag an der Clara-Schumann-Gesamtschule in Kreuztal

 

„Die vier Killer: 1. zu hohe Geschwindigkeit, 2. keinen angelegten Gurt, 3. Ablenkung des Fahrers und 4. Alkohol und Drogenkonsum bringen Leid und Elend über Euch und Eure Familien...“ Das waren die ersten Worte, die ca. 350 Schülerinnen und Schüler der 10. bis 13. Klasse der Clara-Schumann-Gesamtschule und der Hauptschule Eichen, sowie zahlreichen Gästen, in der Stadthalle in Kreuztal in der vergangenen Woche beim Crash Kurs NRW hörten. Eindrucksvoll und emotional sehr bewegend moderierte Polizeihauptkommissar Georg Baum – Pressesprecher der Kreispolizeibehörde – durch die ca. einstündige Veranstaltung.

Organisiert durch die Oberstufenleiterin der Clara-Schumann-Gesamtschule Frau Studiendirektorin Corie Sting, konnte die Veranstaltung mit der Kreispolizeibehörde durchgeführt werden. Im Vorfeld der Veranstaltung fand ein Vorgespräch mit den jeweiligen Klassenlehrern und Herrn Polizeihauptkommissar Setzer statt, um die Kolleginnen und Kollegen beider Schulen auf die Ziele und Inhalte des Crash Kurses NRW vorzubereiten. Ebenso wurde die Veranstaltung durch die Schulen im Vorfeld im Unterricht thematisiert.

Polizeihauptkommissar Setzer und seine Kollegen sprechen mit dieser Veranstaltung gerade junge Fahrer und Fahranfänger an, denn gerade Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren verursachten 2010 neunzehn Prozent der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen. Durch diese Unfälle starben allein 114 Menschen. Von insgesamt 550 Getöteten waren 98 im Alter der „Jungen Fahrer“. Das sei alarmierend, so Setzter, und gebe daher besonderen Anlass für die Polizei NRW – gemeinsam mit Partnern .- neue Wege in der Verkehrserziehung zu gehen.

So wurden den Schülerinnen und Schülern während der Veranstaltung mit emotionalen Berichten und eindringlichen Bildern geschildert, dass Verkehrsunfälle unerträgliches Leid verursachen. Es wurde den Anwesenden gezeigt, dass Verkehrsunfälle nicht nur einfach geschehen. Sondern Menschen werden verletzt oder getötet, weil Regeln missachtet werden. Die Botschaft an die jungen Fahrer war so einfach wie wirkungsvoll: Wenn wir uns im Straßenverkehr an Regeln halten, schützen wir Leben, das der anderen, der Freundinnen und Freunde, sowie unser eigenes.

 

Im Rahmen einer etwa einstündigen Bühnenpräsentation schilderten Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, Notärzte und Notfallseelsorger, als auch Opfer und Angehörige von Unfallopfern als direkt Betroffene die Ursachen von Verkehrsunfällen sowie die oftmals schrecklichen Folgen. Sie erzählten von ihren ganz persönlichen Erfahrungen wobei im Hintergrund der Erzählungen Bilder des jeweiligen Unfalls und der Einsatzkräfte gezeigt wurden. Unübersehbar war die emotionale Betroffenheit der Anwesenden. Es herrschte während der einstündigen Veranstaltungen absolute Ruhe man konnte förmlich die „Stecknadel“ fallen hören.

Auch den Akteuren auf der Bühne war die Belastung anzumerken, besonders wenn sie berichteten, dass die Unfallopfer die sie retten wollten aus ihrem unmittelbaren Bekanntenkreis stammten, oder wenn davon berichtet wurde, dass man den Angehörigen der Unfallopfer noch in der Unfallnacht die Todesnachricht überbringen musste und es jedes Mal ein unsagbar schwerer Gang ist, diese Nachricht zu überbringen.

So ist es ganz besonders wichtig, dass eine Nachbereitung der emotional belastenden Veranstaltung mit den Schülerinnen und Schülern Bestandteil des Projektes ist. So konnten die Klassenlehrer im Anschluss das Gesehene und Gehörte, sowie die Eindrücke der Veranstaltung mit ihren Schülern besprechen. Mehrere Notfallseelsorger standen für die Gespräche in den Klassen und kleineren Schülergruppen zur Verfügung.

Aber auch für die Akteure war es ganz besonders wichtig sich nach der Veranstaltungen über ihre Emotionen und Erfahrungen auszutauschen. Das ist auch für uns eine gute Art und Weise solche Einsätze zu verarbeiten, so Hauptkommissar Setzer.

Von den Schülerinnen und Schülern war nach dem Crash Kurs zu hören, dass diese Veranstaltung sie sehr beeindruckt und emotional angesprochen habe. Oberstufenleiterin Sting würde sich wünschen, dass diese Art von Verkehrserziehung zur festen Institution würde und alle vier Jahre erneut stattfinden müsste, denn dann würde auch den zukünftigen oberen Klassen durch den Crash Kurs NRW ohne erhobenen Zeigefinder eindringlich klar gemacht, wie lebensgefährlich riskantes Verhalten im Straßenverkehr ist und das es auf ihr eigenes Handeln als Fahrer und Mitfahrer entscheidend ankommt Unfalle zu vermeiden.