Clara-Schumann-Gesamtschule Kreuztal  verschieden aber miteinander

Selbstversuch mit Schuluniformen an der Clara-Schumann-Gesamtschule


Wie sollen Schüler und Schülerinnen ein Meinungsbild zum Thema Schuluniform haben, wenn sie doch noch nie eine Schuluniform getragen haben?
In einem unterrichtlichen Experiment wollte die Referendarin Vanessa Cymerman mit ihrem Deutschkurs der Frage einmal hautnah nachgehen. Von ihr motiviert, ließen sich die Schüler und Schülerinnen einer siebten Klasse auf einen Selbstversuch ein, indem sie sich gemeinsam auf eine Schuluniform einigten und diese eine Woche lang trugen. Doch zuvor wurde nach einer kurzen Beratung abgestimmt - mehr als die Hälfte der Klasse war für die Einführung von Schuluniformen an der Gesamtschule Kreuztal.

Dann ging es an das Sammeln konkreter Erfahrungen mit diesem Vorhaben der Mehrheit. Die täglichen Erfahrungen als "Schüler in Uniform" wurden in einem Tagebuch festgehalten.  Zusätzlich erstellten die Schülerinnen und Schüler Interviewbögen, mit denen sie sich auf den Weg machten, um andere Schüler, Lehrer oder Eltern zum Thema Schuluniform zu befragen.

Ziel dieser Befragungen, an denen auch viele Lehrer und der Schulleiter teilnahmen, war es,  Pro- und Kontraargumente zu sammeln. Diese galt es nach Beendigung der Befragungen zu ordnen, um sie abschließend überzeugend in einer Debatte innerhalb der Klasse zur Frage „Sollte die Schuluniform an der CSG eingeführt werden?“  einzubringen.

Vanessa Cymerman war es als Pädagogin dabei ein besonderes Anliegen, dass Schüler nicht nur theoretisch über das Thema Schuluniform informiert werden. Ihr ging es  um das Erfahrungslernen. Mit viel Spaß und Eifer führte die Klasse das ungewöhnliche Projekt mehrere Tage lang durch. Schüler anderer Klassen wurden angesichts des ungewohnten Anblicks der einheitlichen weißen T-Shirts der Mitschüler neugierig und nicht wenige wollten  an diesem Selbstversuch teilnehmen. Nach dem dritten Tag kam es  zur Auswertung - und es zeigte sich, dass die eigene Erfahrung viele zum Nachdenken gebracht hatte: Das Meinungsbild der Mehrheit der Klasse hatte sich völlig geändert. „Ich kann doch gar nicht mehr zeigen, wer ich bin!“ oder „Mit meiner Kleidung drücke ich doch auch meine Persönlichkeit aus!“ waren Aussagen, die das geänderte Meinungsbild der Schüler widerspiegelten. Nach der  Debatte, in der die Pro- und Kontraargumente ausgewogen dargestellt wurden, waren in der abschließenden Abstimmung nur noch zwei Schüler für die Einführung von Schuluniformen.

"Mit diesem Selbstversuch haben die Schüler über  ihre Vormeinungen gründlicher nachdenken können als in einem nur auf das Internet oder andere Materialien gestützten Unterricht," zeigte sich Vanessa Cymerman zufrieden mit dem Ergebnis des Unterrichtsexperiments.