Mein schönster Schultag ...

 

... das hört sich an wie der Anfang eines Deutsch-Aufsatzes – ist es aber nicht.

Es ist der wahre Bericht von meinem Schultag am Samstag, den 30. September 2017.

Ein langer Schultag war das: Um 08.00 morgens trafen sich die Schülerinnen und Schüler der Vokalklassen 6d und 7d am Parkplatz bei der Dreifachhalle. Kurz danach ging es im Bus los nach Dortmund. Etliche Eltern machten sich auch auf den Weg dorthin.

Unser Ziel: Das Orchesterzentrum in Dortmund.

Unsere Mission: Der nordrhein-westfälische Chorwettbewerb, also sozusagen die Landesmeisterschaft im Singen.

Unser Team: die 6d und 7d mit Enya, Volker Arns und Verena Arns als Chorleiter, Christoph Ohm am Klavier, Frau Filla, Frau Zwingmann, Herr Scheerer, Frau Ichnowski, einige Mütter, Väter, Großmütter und Geschwister – ein gutes Team!

 

Beim Chorwettbewerb gibt es, ebenso wie z.B. beim Fußball, unterschiedliche Wettkampf-Gruppen, ein Männerchor ist eben nicht vergleichbar mit einem Kinderchor zum Beispiel. Wir haben in der Kategorie „Schulchor“ teilgenommen. Das bedeutet: die 6d und die 7d mussten vier verschiedene Stücke singen, die sie aber frei wählen durften. Die Erwachsenen-Chöre müssen unter anderem darauf achten, dass ihre Stücke aus unterschiedlichen Epochen stammen.

Eins der vier Lieder muss ohne Begleitung gesungen werden. Bei uns war das: „There is sunshine“. Die anderen drei Stücke hießen: „Can you hear me?“, „Teppich“ und „Ich geh in Flammen auf“. Das Ganze darf nur 12 bis 15 Minuten dauern und man bekommt insgesamt maximal 25 Punkte für die technische und die künstlerische Ausführung.

 

Eine Stunde vor dem Auftritt begann das Einsingen in einem Raum, in dem sonst ein ganzes Orchester übt. Irgendwie waren alle ein wenig aufgeregt, und irgendwie hörte man das auch dem Gesang an. Aber dann: 11:50 – unsere 15 Minuten!

Ganz bestimmt bin ich keine neutrale Zuhörerin, wenn „meine“ Kinder singen, aber was die um 11:50 auf den Punkt genau herausgehauen haben, war schon eine Wucht! Mit einem Auge habe ich immer auf die Jury geschielt, und weil die sich kaum Notizen gemacht hatten, war ich mir sicher, dass sie auch nicht viele Fehler gehört hatten.

Wieder vor dem Orchesterzentrum hatten alle ein wenig Zeit für eine Mittagspause, danach gab es einen Wettbewerb im Geo-Caching. In 9 Gruppen zogen wir los, um das Rätsel um den Raub der wertvollen Goldmaske zu lösen. Auch dafür haben wir in unseren Reihen ausgesprochene Talente: zwei Gruppen haben es wirklich geschafft, dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Danke, dass ihr großzügig die Belohnungs-Goldbarren mit uns allen geteilt habt! Weil sich zu Beginn des Geo-Abenteuers alle Schleusen des Dortmunder Himmels geöffnet hatten, war jeder Einzelne, ob klein, ob groß, nass wie eine Katze. Gut, dass es in der Nachbarschaft einen Laden gab, der Socken verkaufte, so konnten wenigstens die nassen Socken gegen trockene getauscht werden.

Inzwischen wussten wir vom Wunsch des Landesmusikrates, dass „Clara“ abends beim Preisträgerkonzert noch einmal das Lied „Teppich“ singen sollte. Angekündigt war das Programm als „die interessantesten Beiträge des Tages“. Also waren wir immerhin „interessantest“ – aber waren wir auch erfolgreich? Das lange Warten machte alle ganz schön kribblig, doch Herr Ohm hatte ein gutes Gegenmittel: auf Zuruf konnte er alle Stücke, die den Kindern einfielen, am Flügel begleiten und singen.

Inzwischen war es acht Uhr abends – wieder waren alle hinter der Bühne, diesmal im Konzerthaus. Das fasst 1500 Zuhörer, und mindestens 800 waren da. Wieder wurde der Teppich wunderschön besungen (sagt die nicht-neutrale Zuhörerin) und lange und laut beklatscht (auch von den neutralen!).  Und weiter ging das Warten.

Endlich, am Ende des Konzerts wurden alle Chorleiter mit einem Vertreter des Chores zusammen auf die Bühne gerufen und es wurden die Ergebnisse bekannt gegeben. Alphabetisch nach Kategorie des Chores, also beginnend mit „A“. „S“ wie „Schulchor“ kam natürlich als letztes an die Reihe.

Und dann: endlich – bis auf zwei Chöre waren schon alle aufgerufen worden – endlich die erlösenden Worte: 24 Punkte – kein Chor war besser!

Oder: Wir sind der beste Schulchor in Nordrhein-Westfalen!


Wenn 50 Claras und ihr Anhang sich darüber freuen, wackelt selbst das Konzerthaus in Dortmund ein wenig! Es wurde gejubelt und sich umarmt und es flossen Tränen.

Ganz nebenbei: der erwachsene Chor von Herrn und Frau Arns hat natürlich auch in seiner Kategorie gewonnen, wir haben also auch die besten Chorleiter in NRW an unserer Schule. Und: kein Chor hatte mehr als 24 Punkte, auch nicht die „Großen“.

 

Lange nach 22.00 startete die Rückreise nach Kreuztal, und schon vor der Auffahrt auf die Autobahn schliefen die ersten Erschöpften tief und fest.

Das letzte Glanzlicht meines schönsten Schultages war eigentlich schon ein erstes Glanzlicht des Sonntages, denn als wir kurz nach Mitternacht wieder auf dem Parkplatz ankamen, warteten dort Eltern mit glitzernden Wunderkerzen auf uns.

Das war schön!

 

Für diesen schönen Tag möchte ich mich ganz herzlich bedanken: bei den Kindern, die so prima mitgemacht haben, bei Frau Filla für ihre Rundum-Betreuung, bei Frau Ichnowski und Herrn Scheerer für ihre Unterstützung, bei allen Eltern, die zum Teil ihre Familienpläne umgestellt haben, damit die Söhne und Töchter am Wettbewerb teilnehmen konnten und die zum Teil unsere Fangemeinde vor Ort gebildet haben. Vielen Dank an Herrn Ohm für die Begleitung, und ein ganz dickes Dankeschön an Volker und Verena Arns, die die Vokalklassen mit so viel Einsatz und so viel Vertrauen zu diesem großen Erfolg geführt haben.

In vier Jahren bin ich wieder dabei – gern auch eher!

 

Regina Zwingmann