Clara-Schumann-Gesamtschule Kreuztal  verschieden aber miteinander

„Unheimliche Heimat - Stolpersteine der Erinnerung”

Vorstellung am 20. September 19h im Apollotheater im Rahmen der interkulturellen Wochen mit  Unterstützung der Stadt Siegen

Über 40 Stolpersteine erinnern in Siegen an die Menschen, die zur Zeit des Nationalsozialismus, verfolgt, deportiert und ermordet wurden oder die ihre Heimat verlassen mussten. Darunter auch die Familien Frank und Hochmann, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, für die Siegen Heimat war.

Junge Menschen aus Siegen und Umgebung, alle Darsteller beim „Jungen Theater Siegen“, haben sich vor  2 Jahren zum Ziel gesetzt, diesen Menschen, deren Namen auf den Stolpersteinen stehen, zusammen mit ihren Nachbarn, Freunden, Verlobten ein Gesicht zu geben.

Entstanden ist ein Stück, das am 16. Dezember 2015 im Rahmen von GEHDENKEN Premiere hatte und über das Klaus Dietermann, Leiter des Aktiven Museums Südwestfalen, sagt:

„Ihr habt alle blendend gespielt, die gesamte Inszenierung war überzeugend. Alles kam sehr überzeugend rüber, jeder spielte seine Rolle mit viel Empathie. Das war der Lohn für viele Monate harte Arbeit. "Standing ovations", ihr habt euch gefreut, auch wenn das Thema keinen Anlass zur Freude bot. Ihr seid an euren Rollen gewachsen, sie haben euch viel gegeben.“

Vorausgegangen ist der Premiere eine Recherche mit Zeitzeugen, in der Literatur , in Archiven, im Aktiven Museum Südwestfalen. Schritt für Schritt haben sich die Jugendlichen den Figuren angenähert, unterstützt von Peer Ball (Dramaturgie und Text) und Lars Dettmer (Regie).

Szenen entstanden, wurden verworfen, neu geschrieben, anders gespielt, bis alle zufrieden waren mit einem Stück, das nicht den Anspruch erhebt, die Realität detailgetreu abzubilden, das aber den Versuch macht, die Menschen zu verstehen und ihr Handeln, Fühlen; ihre Ängste und auch die kleinen Hoffnungen und Freuden des Alltags erfahrbar zu machen. Da wird die Angst im Bunker beim Bombenangriff erlebbar – ein Tag, an dem die jüngste Tochter der Familie eigentlich fröhlich ihren Geburtstag feiern wollte. Man kann mit Samuel Frank mitfühlen, der lange geglaubt hat, dass ihm als anerkanntem Bürger nichts passieren wird, bis er ahnt, dass es kein Entrinnen gibt - und der trotzdem mit Inge ihr letztes schönes Fest, ihre Verlobung feiert. Da sind aber auch die Bürger, denen man anmerkt, dass sie sich in den arisierten jüdischen Wohnungen teilweise unwohl fühlen, die zerrissen sind zwischen Angst, Angepasstsein und den Verbindungen zu den Menschen, mit denen sie lange Tür an Tür gelebt haben.

 

Am Ende der Premiere im Rahmen von GEHDENKEN am 16.12.2016 gab es Betroffenheit, Menschen die berührt waren, Teile ihres Lebens auf der Bühne zu sehen - und ein großes Lob für die jungen Darstellerinnen und Darsteller: “Besser kann man das Thema des Nationalsozialismus und der Jugend im Siegerland in dieser Zeit nicht darstellen,“ so Babette Bammann, Stadträtin u.a. für Schule und Bildung der Stadt Siegen, die mit ihrer Unterstützung diese Aufführung im Rahmen der interkulturellen Tage möglich gemacht hat.

 

Am 20.09.2016 ist das Stück erneut zu sehen. Diesmal im Rahmen einer Abendvorstellung im Apollotheater. Die jungen Darsteller vermitteln an diesem Abend Einblicke in das Leben junger Menschen im Siegerland während der Zeit des Nationalsozialismus.

 

Karten ab 8. September an der Theaterkasse des Apollotheaters

Tel.: 0271 / 770277-2

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