Urban Art by CSG

Einfallsreiche performative Kunstaktionen des Jahrgangs 11 der Clara-Schumann-Gesamtschule bewegten Kreuztaler BürgerInnen zu ungeahntem Austausch und angeregter Kommunikation. 

Unter gesellschaftskritischen, sozialen und politischen Fragestellungen setzten sich die SchülerInnen unter der Leitung von Carina Dieckmann und Julia Wagner-Hast im Rahmen des Kunstunterrichts mit den Möglichkeiten von Kunst im öffentlichen Raum auseinander. Dabei entwickelten sie künstlerische Projekte zum Thema „Wahrnehmung von (Stadt-) Raum“. Vom „Megafon-Spektakel“ bis zu fesselnden Neuinterpretationen des Marktreibens, schöpften sie die Möglichkeiten der performativen Kunst aus. Untersucht wurden Aspekte, die der Raumwahrnehmung dienen, wie zum Beispiel Formen, Oberflächen, Größenverhältnisse sowie Temperaturen, Gerüche und Akustik. 

Der Marktplatz – der rote Platz in Kreuztal wurde zum Kunstraum umfunktioniert und im Rahmen der Kunstaktion um dekorative Elemente des ‚Urban Gardenings‘ bereichert. Motivierende Zettelbotschaften wie: „Heute wird gut!“ erhellten neben von Passanten spontan angepfiffenen Federballturnieren die Gemüter an diesem trüben Novembertag.

Interessiert beobachteten die SchülerInnen die Wirkungen und Möglichkeiten, die durch provokante Aktionen im Raum entstehen können und so kam es zu vielen unerwarteten Begegnungen zwischen Jung und Alt. Mit der Frage, wie viel Zivilcourage zu erwarten ist, wenn plötzlich inmitten des Roten Platzes Menschen gefesselt an Laternen um Hilfe rufen oder ein „Marktschreier“ seine „Putzfrau“ zum Kauf anbietet, machten sich zwei weitere Kleingruppen auf den Weg.

Morgens noch als geschlossene Gruppe wie ein Bienenschwarm in der Innenstadt unterwegs, erweckten die SchülerInnen mit ihren individuell ausgearbeiteten Projekten die Aufmerksamkeit, die Verwunderung und Begeisterung aber auch einige kritische Blicke der Passanten.

„Zuerst ist es schon ungewohnt und peinlich, auf diese Art wahrgenommen zu werden“, berichtete eine Projektteilnehmerin. Doch im Anschluss an den Projekttag genossen die SchülerInnen es sehr, sich Kreuztal einmal ganz anders vertraut zu machen. „Wir sind froh zu sehen, wie unsere SchülerInnen die Chance genutzt haben, aus der Anonymität der Kreuztaler Community herauszutreten und sich auf neue Art als selbstwirksame und sichtbare junge Menschen zu erfahren“, war das Fazit der Kunstlehrerin Julia Wagner-Hast.